Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Jesaja 66,13

Historisches – Die Geschichte und Entwicklung unserer Gemeinde

Die Wurzeln unserer Gemeinde reichen bis in die Zeit der Erweckungsbewegung zurück. Die Anfänge sind nicht genau verzeichnet. Aus alten Berichten weiß man aber, dass etwa um 1860 Einwohner aus der Ortsgemeinde Valbert durch Kontakt zu gläubigen Christen selbst zum Glauben an Jesus Christus kamen. Im Raum Meinerzhagen wurden der Beckerhof und später Werkshagen zu Brennpunkten der Erweckung. Gläubige und Menschen auf der Suche nach Gott trafen sich dort regelmäßig zur Wortbetrachtung, zur Mahlfeier und zum Gebet. Hier fanden zu besonderen Feier- oder Festtagen große Versammlungen mit mehr als 600 Teilnehmern aus der näheren und weiteren Umgebung statt. Daraus entstanden um das Jahr 1888 als Folge der Erweckung in Wilkenberg, Ihne, Hunswinkel, Blomberg und Rinkscheid so genannte »Stubenversammlungen«. In diesen Stubenversammlungen liegen die Ursprünge unserer Gemeinde. Da die Gläubigen untereinander wie eine große Familie sind und Gemeinschaft pflegen, nennen sie sich Geschwister: Bruder und Schwester im Glauben.

Die erste urkundliche Erwähnung findet unsere Gemeinde in einem Dokument zur Gründung eines Posaunenchores in Ihne durch die Brüder Gustav Abel und Otto Nölling im Jahre 1905.

Da die Besucherzahlen in den folgenden Jahren weiter zunahmen, entschlossen sich die Brüder im Jahre 1909 einen kleinen Saal zu errichten und zwar als Anbau an das Anwesen von Carl Busch in Wilkenberg.

Außerdem wurde in diesem Jahr ein gemischter Chor ins Leben gerufen, der bis heute seinen Platz in der Gemeinde hat. Seit ca. 1920 wird in unserer Gemeinde auch Sonntagschule (Kindergottesdienst) gehalten.

Trotz des Saalbaus in Wilkenberg versammelten sich die Geschwister auch weiterhin noch in Stubenversammlungen zur Wortbetrachtung, zum Gebet und zur Mahlfeier in den umliegenden Ortschaften. Diese Tradition endete erst 1970 mit dem Bau unseres neuen Gemeindehauses in Ihne.

Die Geschwister nahmen eine »freie Stellung« ein, das heißt, sie gehörten keiner bestimmten Benennung an. Sie pflegten aber gute Verbindungen zu den Gläubigen aus der ev. Kirche, den ev. Freikirchen und zu den Geschwistern aus den Brüderversammlungen. Eine enge Verbindung bestand auch zu den Gläubigen im Raum Lieberhausen und zu den »offenen Brüdern« in Wiedenest und zur Bibelschule.

Die Wortverkündigungen übernahmen oftmals Brüder aus anderen Gemeinden und Prediger der Nachbargemeinden. Am Sonntagmorgen fanden Erbauungsstunden und Mahlfeier, am Sonntagnachmittag Wortbetrachtungen und am Mittwoch Abend Gebetsstunden statt.

Bis etwa 1940 wurden die Stunden in plattdeutsch gehalten, nur wenn auswärtige Besucher anwesend waren bemühte man sich um eine hochdeutsche Aussprache, was jedoch meist misslang.

Als 1933 die Nationalsozialisten die Herrschaft übernahmen, verboten sie das Fortbestehen von freien Vereinigungen gläubiger Christen, wie sie in Wilkenberg und Umgebung bestanden. Die Brüder führten Verhandlungen mit den offenen Brüdern in Wiedenest, die aber zu keiner befriedigenden Lösung führten, da die Brüder selbst noch keine Klarheit über ihren weiteren Weg erlangt hatten. Um wieder Versammlungsfreiheit zu erhalten, schlossen sich die Geschwister am 29.05.1937 dem »Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland e.V.« an.

Verantwortliche Brüder waren in diesen Jahren August Schoppmann, Wilhelm Kalkühler, Otto Nölling sowie Wilhelm Korthaus als Gemeindeältester.

1937 besuchten 50 Gemeindeglieder und 15 Freunde regelmäßig die Gemeindestunden. Die Gläubigen sangen ihre Lieder aus dem Gemeindepsalter, der bis 1996 im Gebrauch blieb. Die verantwortlichen Brüder verzichteten bewusst auf die Anstellung eines hauptamtlichen Predigers wie sonst in den meisten Freien evangelischen Gemeinden üblich. Hauptgrund war die Sichtweise des »allgemeinen Priestertums« aller Gläubigen und die Gemeindetradition als »freie Vereinigung« von Gotteskindern. Diese Einstellung hat sich bis heute nicht geändert. Daraus ergibt sich, dass wir bis heute regelmäßig auswärtige Brüder aus anderen Gemeinden (Brüdergemeinden, FeGs) zu Predigtgottesdiensten, Evangelisationen etc. zu Gast haben. Der biblische Unterricht der Kinder wurde seit der Zugehörigkeit zur FeG von den Predigern der FeG Meinerzhagen (angefangen mit Br. Langemann) durchgeführt. Diese Regelung endete 2002. Seitdem wird der biblische Unterricht von Gliedern der Gemeinde durchgeführt.

Die seit vielen Jahren stattfindende Allianzgebetswoche gestalten wir gemeinsam mit den Geschwistern des »Sonntagabendkreises« der Ev. Kirchengemeinde Valbert.

Unsere Gemeindeglieder stammen traditionell aus verschiedenen Gemeinderichtungen ( Ev. Kirche, Brüderversammlung, FeG, Baptisten, …) mit ganz unterschiedlicher Prägung, was sich in der Gemeindestruktur und im Gottesdienstablauf widerspiegelt.

1954 betrug die Zahl unserer Gemeindeglieder 54. Wie bereits erwähnt fanden die Versammlungs- und Gemeindestunden im Saal in Wilkenberg und in den Stuben anderer Ortschaften statt: in den 50er Jahren in Ihne, Rinkscheid, Herringhausen, Blomberg, Hösinghausen, Petersburg und in Wiebche.

Vom Anfang der sechziger Jahre an verantworteten Otto und Willi Abel über 25 Jahre lang die Belange der Gemeinde als Älteste.

Die Gemeinde wuchs weiter und im Mai 1970 konnte der neue Gemeindesaal mit einer Lob- und Dankesfeier eingeweiht werden. Aus der Fr. ev. Gemeinde Wilkenberg wurde die FeG Ihne.

Nach dem plötzlichen Heimgang von Otto Abel und der Krankheit von Willi Abel übernahmen die Brüder Willi Geske, Gerhard Schulz und Hermann Vogelsang als Älteste die Gemeindeleitung. Sie wurden durch einen »Beraterkreis« aus den Reihen der Brüderstunde unterstützt.

Die große Anzahl Kinder und Jugendlicher in unserer Gemeinde machte eine Erweiterung unseres Gemeindesaals dringend erforderlich.

Im Mai 1995 konnte der Anbau mit einem Festgottesdienst unter Beteiligung der Öffentlichkeit (Vertreter aus Nachbargemeinden und der Politik) eingeweiht werden.

1996 entschied sich die Gemeinde, ihr langjähriges Liederbuch, den Gemeindepsalter, nach ca. 60 Jahren der Benutzung abzuschaffen und durch zwei unterschiedliche neue Gesangbücher (»Glaubenslieder1« und »Ich will Dir danken«) zu ersetzen. Diese Regelung bestand 20 Jahre. Ab 2016 wurden die Gesangbücher durch die Neuausgabe der Glaubenslieder (CV Dillenburg) ersetzt.

Im April 2002 wurden die Brüder Karl Heinz Busch, Herbert Oberwinter, Hans-Alfred Hahn und Lothar Freerksema in großer Einmütigkeit von ihren Vorgängern (Willi Geske, Gerhard Schulz und Adalbert Lüling) zu den neuen Gemeindeältesten benannt. Als weitere Älteste wurden im Dezember 2007 Thomas Busch und im Mai 2010 Arnd Schmale benannt. Herbert Oberwinter war dann bis 2010, Karl Heinz Busch bis 2011, Ältester der Gemeinde.

Aktuell gehören etwa 180 Personen zur Gemeinde, zahlreiche Kinder und Jugendliche und ein großer Freundeskreis halten engen Kontakt zur Gemeinde.