Gedanken zur Jahreslosung 2021

Gedanken zur Jahreslosung 2021

»Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist« Lukas 6,36
Im Bibelkontext der SLT, HFA, NGÜ, GNB und NLB lesen…

In der Bibel wird uns an etlichen Stellen gesagt, dass Gott gnädig und barmherzig ist. (u.a. 2. Mose 34,6; Joel 2,13 oft in den Psalmen …)
Der gnädige Gott vergibt uns unsere Sünden. Gnade ist der unverdiente Erlass der verdienten Strafe. Gott richtet diese Strafe gegen seinen Mensch gewordenen Sohn Jesus Christus, damit er uns vergeben kann. In seiner Barmherzigkeit kümmert er sich dann um unsere Wohlergehen. Er sieht auf unsere Not, um zu helfen und zu lindern.

Psalm 10,14: Du hast es gesehen, denn du, du schaust auf Mühsal und Gram, um es in deine Hand zu nehmen. Dir überlässt es der Arme, der Vaterlose; du bist ja Helfer.

Barmherzigkeit wird aktiv, die Liebe wird zur Tat. Jesus gibt sein Leben, um allen das Heil anzubieten. Barmherzigkeit ist tatgewordene Liebe für jede Not und jedes Leid, dass seine Kinder auf der Erde treffen kann. Er nimmt uns nicht alles Leid sofort weg, manchmal meinen wir, Dinge nicht mehr tragen zu können, aber:

Die Barmherzigkeit des Herrn ist nicht zu Ende, sie ist jeden Morgen neu. Klagelieder 3,22-23.

Er hat uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten. 1.Petrus 1,3.

Die Barmherzigkeit Gottes reicht bis in die Ewigkeit. Diese Hoffnung steht über allem: Der Tod ist besiegt, alles Leid wird ein Ende haben.
In der Jahreslosung fordert Jesus uns auf, barmherzig zu sein, wie der himmlische Vater barmherzig ist. Das ist ein hoher Anspruch. Die Barmherzigkeit des himmlischen Vaters war bereit, das Leben seines über alles geliebten, einzigartigen Sohnes zu opfern. Er hat den höchsten Preis bezahlt, mehr geht nicht.

Ich fürchte, wir kommen oft nicht über das Mitleid hinaus. Da sehen wir Bilder von einem Erdbeben oder einer anderen Naturkatastrophe. Die Opfer tun uns leid und wir spenden 50,- € um ihnen zu helfen. Wir hören von hungernden Kindern in den armen Ländern dieser Erde und sind bereit, eine Patenschaft zu übernehmen, um mit monatlichen Beträgen die Versorgung und Schulbildung zu unterstützen. Wir geben dem Bettler einen Euro, kaufen auf dem Wohltätigkeitsbasar Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen zugunsten örtlicher Unterstützungsaktionen. Es ist schön, wenn uns das Mitleid Herz und Hand öffnet, aber echte Barmherzigkeit geht weiter. Sie gibt nicht aus dem Überfluss, Barmherzigkeit bringt Opfer aus Liebe, gibt, indem sie echten Verzicht übt.

Jesus erzählt in Lukas 10, 30-37 das Gleichnis von dem barmherzigen Samariter: Da erwiderte Jesus und sprach: Es ging ein Mensch von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und liefen davon und ließen ihn halbtot liegen, so wie er war. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er auf der anderen Seite vorüber. Ebenso kam auch ein Levit, der in der Gegend war, sah ihn und ging auf der anderen Seite vorüber. Ein Samariter aber kam auf seiner Reise in seine Nähe, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen; und er ging zu ihm hin, verband ihm die Wunden und goss Öl und Wein darauf, hob ihn auf sein eigenes Tier, führte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Und am anderen Tag, als er fortzog, gab er dem Wirt zwei Denare und sprach zu ihm: Verpflege ihn! Und was du mehr aufwendest, will ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher von diesen Dreien ist deiner Meinung nach nun der Nächste dessen gewesen, der unter die Räuber gefallen ist? Er sprach: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat! Da sprach Jesus zu ihm: So geh du hin und handle ebenso!

Der Samariter gibt was er hat. Er opfert Öl und Wein, nicht ein paar Tropfen von den kostbaren Gütern, er gießt es über die Wunden. Er lädt den Mann auf sein eigenes Tier und macht sich selbst zu Fuß auf den beschwerlichen Weg. Er bringt ihn in die Herberge, bezahlt den Aufenthalt und die Versorgung und verpflichtet sich, auch alles nachzuzahlen, was nötig werden könnte. Das ist Barmherzigkeit, die der des Vaters entspricht: Soweit es die eigenen Möglichkeiten zulassen, alles zu geben was der andere zur umfassenden Hilfe braucht, dabei nicht zu zählen und zu überlegen, was mir selber bleibt sondern zu sehen, was andere Menschen nötig haben. Barmherzigkeit beschränkt sich nicht auf das Bezahlen, sondern packt mit an. Ich kann Einsame besuchen, auch wenn meine Zeit kostbar scheint, mit der Tat zupacken, wo Menschen überfordert sind, jemandem mein Auto zur Verfügung stellen und selber mit dem Bus fahren. Ich kann aber auch Geld geben und dafür auf eine Anschaffung verzichten müssen, die mir wichtig wäre.

Barmherzigkeit hat zuerst offene Augen für die Bedürfnisse der Menschen, die Gott mir als „Nächsten“ in den Weg stellt. Für den einen ist es der Nachbar, für den anderen sind es Menschen in fernen Ländern. Nur so ist Barmherzigkeit tatgewordene Liebe und nicht nur abgegoltenes Mitleid. Barmherzigkeit fragt nicht: „Was kostet es mich“? Barmherzigkeit fragt: „Was kann ich noch für dein Wohlergehen tun“.

Auch das gehört zur Barmherzigkeit, die Fehler und Fehltritte des Mitmenschen nicht in die Öffentlichkeit zu zerren, nicht mit Fingern auf den Sünder zu zeigen, sondern voller Barmherzigkeit zu helfen, Dinge in Ordnung zu bringen und Vergebung zu erfahren. Die Barmherzigkeit erhebt sich nicht über den anderen, denn sie will sein Bestes und schützt seinen Ruf.

1.Petrus 4,8: Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.

Der barmherzige Nachfolger erfüllt den Willen Jesus, weil er den Herrn und seinen Nächsten liebt wie sich selbst. Nicht nur mit Worten, sondern mit der Tat.

1. Johannes 3,18: Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit!

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